Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.


4. Februar 2013

"Wie war die Therapie?"






Super, hat Spaß gemacht. 
Wie Therapie immer ist.
...
Kein Bock mehr auf Therpie.
Kein Bock mehr auf Anti-Depressiva.
Ich will mein Leben zurück.


Die Wahrheit ist manchmal hart zu verkraften. So schnell bekomme ich mein altes Leben nicht zurück. Wenn ich es überhaupt "zurück" bekomme. Ich denke nicht. Es ist nichts mehr, wie es wahr. Vergangenheit ist Vergangenheit. Sie ist vergangen, vorbei, weg: Die Vergangenheit ist eine nakte Erinnerung. Was wir aus dieser Erinnerung tun - das ist das Entscheidende, oder nicht?
Ich kann nicht zurück in die Vergangenheit. Warum sollte ich auch? Ich mein, was hat sie mir gebracht? Ich würde alles genauso tun. Die Vergangenheit und die Erinnerungen gehören zu mir. Wenn ich zurück in die Vergangenheit reisen würde, würde ich bloß den Weg, den ich bis jetzt gegangen bin, noch einmal zurück legen. Warum sollte ich das tun wollen?

Ist es nicht viel wichtiger, den stolprigen, mit Dornenbüschen verwachsenen Weg, der vor mir liegt schön zu gestalten? 
Die Dornenbüsche kaputt machen, mich dadurch kämpfen? Ist es nicht das, worauf es ankommt?
Die Steine, die mir im Weg liegen zu einer Straße auszulegen.
Ab und zu einen Schritt zurück machen - um Anlauf zu nehmen?
Verdammt, es ist ein weiter Weg.
Verdammt, es ist ein beschwerlicher Weg.
Verdammt, ich werde diesen Weg gehen!
Ich werde das Beste aus dem machen, was sich mir bietet. Was bleibt mir denn sonst? Ich werde nicht aufgeben. So lange die Hoffnung noch da ist. So lange ich ab und an das Leben genießen kann - auch wenn dieses ab und an nur noch sehr selten vorhanden ist.

Irgendwann, ja, irgendwann.
Dann fange ich wieder an richtig zu leben.

Ich möchte jetzt schon einmal jedem Danken, der mich auf diesem langen, harten, anstrengenden und aufwühlendem Weg begleitet. 
Danke.


Xo.





2 Kommentare:

  1. Deine Einstellung gefällt mir und beeindruckt auch ziemlich. Ich kann mir vorstellen, wie hart es sein muss, wenn man sich immer wieder selbst vom Boden kratzen muss. Aber an dem was du hier so schreibst lässt sich gut erkennen, dass du auf jeden Fall stark genug für deinen Weg bist. Du bist schon verdammt weit gekommen und das kannst und solltest du dir mit Stolz immer wieder ins Gedächtnis rufen. Und wie du selbst ja schon geschrieben hast, klar willst du dein altes Leben manchmal wieder. Aber vielleicht wird das was kommt ja noch viel besser und dein Leben wartet mit der Überraschungsparty eben ein bisschen länger ;) Ich weiß ich wiederhole mich, aber ich muss nochmal sagen: es ist echt beeindruckend, dass du nicht die Hoffnung verlierst und ich bin sicher, dass es sich lohnt!

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  2. Oh ich kenne das Gefühl so gut. Kein Bock auf Therapie. Kein Bock nochmal alles aufzuzählen was einen im Moment runterzieht. Man möchte so viel lieber, dass es einfach weg geht. Aber nein man muss darüber sprechen. Zum Kotzen.
    Aber leider geht das nicht einfach so weg. Leider, leider. Und auch wenn es mir manchmal gar nicht wirklich einleuchtet warum, hilft dieses ständige darüber reden. Es hilft einem, einen Schritt nach vorne zu machen.
    Und du hast das so schön beschrieben. Der Weg der jetzt vor dir liegt, ist mit dornenbüschen verwachsen, die es gilt erstmal loszuwerden bevor es voran gehen kann. Aber hierbei kann man die Therapie ja als eine dritte Hand sehen. Weil es alleine so schwer ist diese Dornenbüsche loszuwerden. Weil sie schon so tiefe Wurzeln haben. Aber diese Wurzeln müssen vollständig entfernt werden. Mit den richtigen Mitteln. Wenn man das nicht richtig macht, spriesen immer wieder aufs neue diese fiesen Dornenbüsche auf deinem Lebensweg. Und mal ehrlich, wer wünscht sich nicht eine dritte Hand? Sieh die Therapie als Chance. Mach sie weiter. Gib nicht auf. Du bist stärker als du denkst!

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