Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.


7. Juni 2011

You Found Me - Lying On The Floor

Vorab: Wenn du diesen Blogeintrag liest, nehme dir bitte viel Zeit. Wenn man unterbrochen wird oder wenn man sich durchhetzen muss, verliert er seine Wirkung.  Ich würde außerdem empfehlen und ans Herz legen das Lied 'You Found Me' von der Band The Fray in Dauerschleife zu hören.
Lest, und ihr versteht, wieso.
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Schule. Kurzstunden gehabt. Einzige woran ich denken konnte: Weg. Zu meinem Blog. Gedanken aufschreiben.
Komme an.
PC hochfahren. Kurz Facebook.
Blog.
Headphones drauf.
The Fray – You Found Me. Dauerschleife.

Lese meinen letzten Blogeintrag noch einmal durch. Der Tag danach. Es sollte eine Momentaufnahme sein. Doch diese war es nur halb.
Ein Stück sticht mir ins Auge.

Doch diese Menschen sind nicht die einzigen, die mich kaputt machen.
Jeder tut dies. In irgendeiner Weise. Doch am meisten: Ich selbst. 

Ich lese mir die Lyrics des Lieds durch.

I found God
On the corner of First and Amistad
Where the west
Was all but won
All alone
Smoking His last cigarette
I said, "Where you been?"
He said, "Ask anything."

Where were you
When everything was falling apart?
All my days
Were spent by the telephone
That never rang
And all I needed was a call
That never came
From the corner of First and Amistad

Lost and insecure
You found me, you found me
Lying on the floor
Surrounded, surrounded
Why'd you have to wait?
Where were you, where were you?
Just a little late
You found me, You found me

In the end
Everyone ends up alone
Losing her
The only one who's ever known
Who I am
Who I'm not, and who I want to be
No way to know
How long she will be next to me

Lost and insecure
You found me, you found me
Lying on the floor
Surrounded, surrounded
Why'd you have to wait?
Where were you, where were you?
Just a little late
You found me, You found me

Early morning
The city breaks
I've been calling
For years and years and years and years
And you never left me no messages
You never sent me no letters
You got some kind of nerve
Taking all I want

Lost and insecure
You found me, you found me
Lying on the floor
Where were you, where were you?

Lost and insecure
You found me, you found me
Lying on the floor
Surrounded, surrounded
Why'd you have to wait?
Where were you, where were you?
Just a little late
You found me, You found me

Why'd you have to wait
To find me, to find me?


Es klingt in meinen Ohren wider und wider. Wie eine Geschichte. Eine Geschichte. Doch was für eine? Meine? Nein. Aber irgendwie fühlt es sich dennoch so an.

Manche Parts in diesem Text sprechen mich besonders an.
Direkt: Die erste Strophe.

I found God   
On the corner of First and Amistad
Where the west
Was all but won
All alone
Smoking His last cigarette
I said, "Where you been?"


Gott. Wo bist Du, fragte ich. Es ging mir scheiße. Ich wusste nicht wieso. Sah keinen Grund. Betete. Was soll ich tun? Wo bist Du? Wenn es dich überhaupt gibt. 

Ich lag auf dem Boden. Dachte nach. Und betete. Und betete. Und betete
Und Du. Gott. Du.
Gott. Allein. Seine letzte Zigarette rauchend. Rauchen? Weil es ihn beruhigt? Der Stress der Welt ihn genauso fertig macht, wie manch einen Menschen? Weil er es braucht? Weil er sich dazu entschieden hat? Weil es ihn ablenkt?
Gott. Allein. Alone. 
Irgendwo, an der "Ecke 1.Straße"
Allein. Denn genauso fühlte ich mich. Doch dann, waren wir zu zweit. Und ich fragte bloß: Wo warst du. 
Wo warst du? Als ich dich brauchte? Genau da. "Ecke 1. Straße"! 
Hast dich mir gezeigt. Irgendwie. 

Where were you
When everything was falling apart?

Alles brach zusammen. Da war auch kein Gott. Niemand, der mir helfen konnte.
Meine Freunde, die versuchten mich aufzufangen. Sofern ich es zuließ, dass sie Notiz davon nehmen, dass es mir schlecht geht.
Mein Leben. Dies' bricht auch heute noch immer und immer und immer wieder zusammen. Wie ein Kartenhaus.
Es ist kein Geheimnis. Und doch weiß es niemand. Rede ich mit kaum jemanden drüber.
Nur ein paar Menschen, diese lasse ich an mich heran. Mit diesen rede ich. Über mich. Und meine Ängste. Gefühle. Gedanken.
Und dich. Gott. Denn Du weißt, wie es in mir aussieht. Verstehst es.

Denn manchmal habe ich das Gefühl, Du bist selber so verwirrt. Von dieser Welt. Weißt selbst manchmal nicht, was mit dir ist. Weißt nicht, wohin du willst. Weißt nichts. Und tust doch alles. Dafür, dass die Menschen glücklich sind. Die dich aufsuchen.

Lost and insecure
You found me, you found me
Lying on the floor
Surrounded, surrounded
Why'd you have to wait?
Where were you, where were you?
Just a little late
You found me, You found me

Verloren und verunsichert. Das bin ich auch noch heute. Ständig. Immer, wenn meine Welt zusammen bricht. Ins Wanken gerät. Durcheinander kommt.

Wie hieß es in meinem letzten Blog-Eintrag?
Ich mache mir meine Gedanken. Zu Dingen, zur Umwelt, zur Politik, zur Wirtschaft, zur Gesellschaft, zu Religionen, zu Gott, zu Menschen, zu Dir und zu mir. Ich bin kritisch. Ich reflektiere. Ich höre mir alles an, bilde mir eine Meinung. 
Es ist richtig, diese Dinge zu tun.
Doch ich habe das Gefühl, dass es einen verrückt werden lässt. Irgendwann weiß ich nicht mehr weiter. Und in solchen Momenten bin ich 'Lost and insecure'.
Liege auf meinem Boden. Oder auf einer Wiese. Sitze mitten in einem Einkaufszentrum. Und schaue der Welt beim drehen zu. Frage mich, wo ich bin. Frage mich, wer ich bin. Weiß es nicht. Weiß nur, dass ich in diese hektische, chaotische Welt nicht rein passe. Es macht mich kaputt, macht mich fertig.

In the end
Everyone ends up alone
Ich hoffe nicht. Es gibt Menschen, die will ich nie verlieren. Und um diese werde ich kämpfen, wenn nötig. Die Menschen, die mich nicht aufgeben lassen, wenn der Tank meines Motors mal wieder auf Reserve fährt. Und ich nicht weiß, ob ichs zur nächsten Tankstelle schaffe. Schaffen möchte.

Who I am
Who I'm not, and who I want to be

Den Teil habe ich aus dem Kontext gerissen. Ich weiß.
Aber diese zwei Verse haben alleinstehend für mich eine große Bedeutung.
Cuz I don't know who I am, who I'm not, and who I want to be.
Und irgendwie weiß ich's doch. Aber sicher sein, nein, das kann ich mir nicht. 

Wer bin ich. Wer bin ich nicht. Und wer will ich sein. 

Es macht mich kaputt. Ich mache mich kaputt. Das Leben und die (Um)welt machen mich kaputt.
Ein befreundeter Blogger hat es so formuliert:
Alles kaputte Menschen...aber das verbindet uns..wie eine Schraubzwinge, die uns die Luft zum Atmen nimmt und uns zugleich zusammenhält in der Wärme unserer Herzen...
Die Eigenart der Blogger ist es, emotional zu sein. Nach zu denken. Quer zu denken. Freidenker zu sein. In jegliche Richtung.
Wir sind kaputt.
Doch: Wir haben die Wärme in unseren Herzen, selbst wenn wir kaum noch Atmen können.

Just a little late
You found me, You found me

Ein bisschen zu spät, hast du mich gefunden.

Doch was wäre, wenn du mich eher gefunden hättest? Dann wäre ich heute nicht ich. 

Be blessed!

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