Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.


28. Mai 2011

Gedankenausschnitt


Bus fahren, melancholischen Deutsch-Rap hören. Nachdenken. Tue mein Schokoticket wieder in mein Portemonnaie… Schaue mir dieses Portemonnaie genauer an. Kariert. Schwarz - Weiß.
Ein Fach für Scheine, Karten, Personalausweis… Ein Fach an der Seite fürs Münzgeld. Meine letzten paar Cent. 70 Cent in Gold, 54 Cent in Bronze. Einfach total broke… daneben ein altes Busticket vom Chakuza Konzert…
3 Apotheken-Taler… Ständig Krank. Heuschnupfen-Tabletten machen meine Körper kaputt, Kopfschmerztabletten machen meinen Körper süchtig.

Mache den Knopf vom ‚Hauptfach’ auf.
Erster Blick fällt auf den Stundenplan. Die Schule fuckt mich ab. Macht mich kaputt. Bringt mich zur Verzweiflung. Habe ich den richtigen Weg gewählt? Aber Alternativen? Reine Utopie.

Mache das kleine Fach fürs Kleingeld auf.
Der Bus fährt und fährt. Die Musik läuft und läuft. Ich denke und denke.
Verschiedene ‚Glücksbringer’ kommen zum Vorschein.
Zwei Glückscents. Wofür?
Ein Quarter aus Washington, von meinem besten Freund bekommen. Doch bringt er mir Glück?
Ein Dime, auch von ihm. Nutzt er was?
Ein weiterer Quarter, den ich seiner Ex-Freundin geben sollte. Vergessen. Nevermind.

Musik ist ende. Neustart.

Dahinter verbirgt sich mein Schülerausweis. Sinnlos.
Klappe weiter auf.
Die Dauerkarte für den Kirchentag verbirgt meinen Perso.
Kirchentag. Eine der besonderen Veranstaltungen. Will Wissen bekommen. Will lernen. Über Dinge. Über Religion. Über Gott. Über Menschen. Über mich.
Schaue ins Fach für die Scheine. Leer. Wirklich pleite.
Perso. Zeigt, wer ich bin. Zeigt meine Identität. Offiziell.
Krankenkassenkarte. Nötig. So oft Krank.
Aussteigen.
Laufe zur Mayerschen. Sehe umher. Umzingelt von Anonymität. Musik läuft weiter.
Klo. Blick in den Spiegel. Augenringe. Aber nicht durch Schlafmangel. Augenringe durch das Abfucken der Welt.
Laufe zur Bahn, umzingelt von fremden Identitäten. Fremden Menschen. Fremden Gedanken.
Runter geht’s. U-Bahn. Sehe kurz auf die Anzeige.
1 Minute. Rennen. Schaffen. Bahn. Noch einen Sitzplatz bekommen.
Richtung ‚nach Haus’ …wenn man es so nennen will.

Portemonnaie. Klappe nicht weiter auf. Überlege was drin ist.
Schokoticket. Ohne wär die Fahrt nicht möglich. Zu wenig Geld. Erst vor kurzer Zeit bekommen. Glück! 10 Euro zuzahlen. Was solls. Rentiert sich.
Hard Rock Cafe All Acces Card. Was es mir bringt? Nichts. Sieht aber gut aus. Würde mir was bringen. Wär ich öfter dort.
Überfüllte Bahn. Ein fremdes Gespräch durchdringt meine Headphones. I don’t care about. Es fuckt ab.
Frage mich, was noch da ist.
Heuschnupfen-Tabletten. Für den Notfall. Macht mich fertig.
Kopfschmerztabletten. Ebenfalls zur Not. Macht mich kaputt. Doch was soll’s.
Will mein Portemonnaie raus holen, weiter gucken.
Bahn ist mir aber zu voll. Hält mich davon ab.
Höre der Musik zu. Kann mittlerweile raus sehen.
Steige aus.
Hole mein Fahrrad aus dem Garten einen Freundes. Fahre ‚nach Hause’. Muss ans Green Day Zitat denken.

It says: home is where your heart is,
But what a shame,
'Cause everyone's heart,
Doesn't beat the same,
We're beating out of time 

Komme an. Smalltalk mit meinen Eltern. Fahre den PC hoch. Headphones drauf.  Musik wieder an. Hole mein Portemonnaie heraus. Zwei Dinge fehlen noch.
Glückskeks-Sprüche.
Einer ist zerrissen. ‚An Angel with Wings is only half as good as an Angel with Hands.’ Hammer. Was nutzt mir ein Engel? Die wahren Engel sind die Menschen, auf die ich mich stützen kann. Denen ich vertraue, die mich aufbauen, mit denen ich reden und schweigen, lachen und weinen kann. Die Menschen, die wirklich wichtig sind. Die Engel mit Händen eben.
Zerrissen, der Spruch. Was eine Symbolik. Eine verdammte Symbolik.

Ich sehe auf den anderen Spruch. Sie sind jemand, der an Vorwärtsstreben und an die Zukunft glaubt.’
Doch: Tue ich das wirklich? Oder habe ich diesen Spruch in meinem Portemonnaie damit ich nicht vergesse, wie wichtig es ist an die Zukunft zu glauben? 



Be blessed.

23. Mai 2011

Wir leben?

Was tun wir hier?
Ich weiß es nicht...
Wir leben und leben und leben und leben und leben.

Oft tun wir nichts.
Doch machen so vieles.

Oft reden wir eine Menge.
Doch sagen nichts.

Oft denken wir ohne Ende.
Doch dabei rum kommt nichts.

Oft überlegen wir gar nicht.
Doch wissen plötzlich eine Menge.

Wir sind auf der ständigen Suche nach Dingen, die wir nicht finden können.
Wir streben Ziele an, die wir niemals erreichen.
Wir wollen  Dinge, die uns gar nicht interessieren.


Wir lieben, obwohl wir keine Gegenliebe erwarten.


Drum frage ich:
Was tun wir hier?
Ich finde keine Antwort.
Wir leben und leben und leben und leben und leben.
Wir leben?



I wanna live
I wanna give
I've been a miner for a heart of gold
it's these expressions I never give
that keeps me searchin' for a heart of gold
and I'm gettin' old.
 Neil Young - Heart of Gold

22. Mai 2011

Home is...

It says: home is where your heart is,
But what a shame,
'Cause everyone's heart,
Doesn't beat the same,
We're beating out of time 


http://www.youtube.com/watch?v=AQmCKfRvVC4&annotation_id=annotation_127806&feature=iv

17. Mai 2011

Gebe dich hin; lasse dich fallen; genieße, was du tust - genieße [vorallem] dein Leben.
Gebe dich hin; lasse dich fallen; genieße, was du tust - liebe [vorallem] dein Leben.

 
Solche Worte heute, in einer Zeit voller Termine. Voller Bewegung, voller Stress. 
Ohne Zeit für sich selbst.
Ohne Zeit um die Gedanken frei werden zu lassen. 
Ohne Zeit um sich seiner Gefühle bewusst zu werden.
Ohne Zeit um Dinge bewusst wahrzunehmen. 
Ohne Zeit sich mal zu fragen, was mein Gegenüber wohl denkt, fühlt, wünscht, hofft.
Ohne Zeit.
Aber Zeit für alles. Nur nicht für sich selbst. 

Doch genau diese Zeit muss man sich nehmen. 
Man muss sich Zeit nehmen, um inne zu halten. 
Nachdenken. Durchatmen. 
Denn: Wie soll man sein Leben genießen, wenn man es selbst nicht wahr nimmt?
Wie soll man sein Leben lieben, wenn man es nur nebenbei lebt und gar nicht richtig kennt?

Monat über Monat über Monat vergesse ich diese Dinge.
Hetze von einem Termin zum anderen. Bin hier und dort. Bin überall und nirgendwo, tue dies und das.
Und irgendwann stehe ich da. 
Öffne morgens die Augen und frage mich, wo ich bin.
Liege in meinem Bett und will liegen bleiben.
Denn wenn man sich nicht irgendwann die Zeit nimmt, sein Leben zu genießen, rächt es sich. Es lastet schwer auf einem und laugt einen aus. 
Der Stress wird nicht weniger mit der Zeit. Man kann bloß versuchen sich ab und zu mal hinzugeben, ins bewusste Leben hineinallen zu lassen. Es genießen. Entspannen. Einfach sein

Liebe dein Leben. Denn wenn du dein Leben nicht liebst, wie sollst du dich selbst zu lieben wissen? 
Und: Wer sich selbst nichteinmal liebt, kann auch keinen anderen lieben.

Das Leben ist ein Schmetterling. Er ist kostbar und wunderschön. Man muss diesen aber zu schätzen wissen, damit er sich in seiner ganzen Größe und kompletten Schönheit entfalten kann.

Be blessed.

14. Mai 2011

Heimat?

Eigentlich dachte ich immer, ich wüsste, wo meine Heimat ist.
Im wunderbaren Duisburg. Der einzigen Stadt, an der der Niederrhein mit dem Ruhrpott verschmilzt. Ein besonderes Flair herrscht.
Dort, wo die Arbeiterschicht lebt. Dort, wo die gesunde Mittelschicht sich mit dem Proletariat zusammen tut. Dort, wo Immigranten und gebürtige Deutsche zusammen leben. Dort, wo Kulturenvielfalt herrscht.
Dort, wo die Häuser alt sind, wo man in alten Bergbausiedlungen lebt, wo man zum entspannen an den Rhein fährt, in einen Park oder zu einem See...

Bis vor kurzer Zeit habe ich mich hier immer wohl gefühlt. Im Urlaub an verschiedenen Meeren, in verschiedenen Ländern war es immer schön! Doch wieder hier hin zu kommen, da, wo man eben her kommt, war immer das schönste. Heimatgefühl.

Doch dann, ist man einmal in den Bergen in Bayern. Nicht einmal im tiefsten Bayern, sondern an der Grenze zu Hessen... und kommt zurück und denkt "Was zum... Wo bin ich hier bloß gelandet?"
Die saubere Luft, die man geatmet ist nun verschmutzt. Die Berge, auf die man die ganze Zeit gesehen hat wurden für Stahl- und Kraftwerke ausgetauscht. Die Wiesen und Wälder wurden mit Häusern und Straßen getauscht.
Alles grau in grau, so scheint es manchmal.

Irgendwie wird man gezwungen seinen "Heimatbegriff" zu überdenken.

Aber ist es nicht das, was das Verständnis des Begriffes ausmacht? Alles ist hässlich, langweilig, öde. Aber dennnoch: Wunderbar, spannend, man fühlt sich einfach wohl.
Wieso, das weiß man nicht. Aber man ist sich irgendwie sicher: Hier gehöre ich hin.
Von hier komme ich, das weiß ich. Hier bin ich. So viel steht fest. Doch: werde ich hier sein? Man wird es sehen.
Denn die Heimat ist variabel. Flexibel. Sie kann sich verändern, und für immer bleiben. Einen Tag ist man hier heimisch, den nächsten überkommt einen dieses Gefühl dort.
Ich war, ich bin, ich werde sein.
Eine Heimat hat man immer. Ob man sie erkennt ist ungewiss, befürchte ich.


Be blessed!

6. Mai 2011

Nobody knows...

Wer kennt mich?
Wer denkt, er kennt mich?

Diese zwei Fragen. Es gibt Antworten... aber bei diesen würden unterschiedliche Namen fallen. Schon traurig, oder? Wie kann es sein, dass so viele Menschen meinen, sie würden einen kennen? Und doch nichts wissen? Nur eine Fassade sehen? Kennen gelernt haben? Im Glauben dieser Mensch, der man nach außen zu sein scheint sei man wirklich?

Ich habe kein Verständnis dafür.

Man kann doch nicht ernsthaft davon ausgehen, jemanden zu kennen, wenn man rein gar nichts über diese Person weiß, oder? Oder doch?
Ich jedenfalls tue es nicht.
Ich jedenfalls möchte ausrasten, wenn mal wieder jemand mit einem Spruch kommt, der verlauten lässt, dass die Person mich doch allzu gut einschätzen kann und mich super kennt.
Ich möchte diesen Menschen schütteln. Ihm ins Gesicht schreien: "Du weißt gar nichts!"
Aber ich tue es nicht. Ich schüttel den Kopf und ignoriere es. Doch in mir kocht es.

Es gibt Leute, die werden mich niemals richtig kennen.
Doch es gibt genügend wahre Freunde, die wissen, wer ich bin. Diese Menschen wissen das. Und auf diese Menschen baue ich.
Danke.



Be blessed.

Welch ein Narr

Welch ein Narr
versucht die Welt zu
verstehen
Doch versteht sich selbst
nicht einmal.

Welch ein Narr
verbiegt sich
um sein Leben der Welt
anzupassen.

Wir,
solche Narren,
Seiltänzer der Welt,
zerbrechen beim schlichten Versuch zu
(über)leben.

Be blessed.